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Die Vorgeschichte, vorsicht heftig:
Lässt sich vorstellen, dass mein Leben seit einigen Tagen eine Party ist, weil ich „normal“ werden darf?
Ich war mir schon seit einigen Jahren darüber im Klaren, dass der Tag kommen wird, ab dem ich nur noch parenteral, direkt ins Blut, leben kann. Und klar, wie immer, weil ich so doof bin, lach, oder wasweißdennich, muss meine Lektion extrem krass sein.
Kurz belichtet, wie ich es mir von meinem Verstand wünsche: Im letzten Jahr erging es mir körperlich und psychisch sehr schlecht, worüber ich an anderen Stellen schon genügend gejammert habe. August und September waren schlimm. Ich habe mich diszipliniert ernährt und immer mehr Gesicht verloren. Ich verlor immer mehr kraft, ich fühlte mich allein und verlassen, gehasst, verdammt, vergöttert. Ich hatte große Angst vor dem Winter. Vor einem Jahr etwa bin ich zusamengebrochen und erst einige Tage später im Krankenhaus wieder zu mir gekommen. Ich musste hier rumliegen und konnte wirklich gar nichts machen. Ich habe in eine Flasche pinkeln müssen, weil ich es nicht bis ins Bad geschafft, bzw. dass nicht mehrfach pro Tag, Nacht schaffe. Die Teddys habe ich an der Leine im Vorgarten pinkeln lassen. Mein Dad ist einmal am Tag mit denen eine kleine Runde gelaufen, wofür und überhaupt, ich mir täglich schlimme Vorwürfe anhören.
Ich habe keine Angst vor dem Tod. Aber ich habe große Angst, derart dahinzusiechen, allein und verlassen. Ja, leider habe ich die schmerzhafte Erfahrung schon oft machen müssen. Sowas mag sich niemand anschauen, Bekannte, sogenannte Freunde, Partnerin und schwupps, sind die weg, haben außer dem physischen Breitar.... nichts in der Hose. Hach, ich liebe böse Wortspiele.
Seit Februar hat mich mein Hausarzt aufgegeben. Er könne keine Verantwortung übernehmen, solange ich nicht ins Krankenhaus gehe. Das Schlimme daran ist, dass der Mann recht hatte und schon wegen seines ärztlichen Eides so handeln musste. Allerdings bin ich dem nicht nachgekommen. Wenn es denn so weit für mich ist, möchte ich das hier daheim erleben (hohoho), nein, nicht das Dahinsiechen, sondern den Weg nach unten, die Befreiung des Geistes.
Ich weiß nicht wirklich wie, aber ich schleppte mich durch die Monate. Ständig hatte ich Darmverschlüsse, starke Schmerzen und eben Angst und Druck wie ein kleines Kind vor dem Gewitter. Wenn ich einen kleinen Schritt geschafft habe, kam schnell der Rückschlag, mein „Leben“ war ein Kampf, ein Krampf, eben an diesem Leben festzuhalten. Ich hatte Atemnot aus Schwäche und weil ich aufgrund abgebauter Muskulatur keine Glycogenspeicher habe.
Am 05.10.2011 hatte ich einem Termin bei einem Arzt, der mich schon vor einigen Jahren betreut hat. In den letzten zwei Monaten habe ich extrem diszipliniert gelebt, brachte aber trotz guter Ernährung nur noch 32 kg auf die Waage. Mein Zauberdoc in Münster hat wohl mit Abstand die meisten degenerierten Patienten überhaupt gesehen und sagte, sein schlimmster Fall 38 kg hatte, er nicht annähernd einen solch krassen Patienten wie mich erlebt. Und genau zu diesem Zauberdoc hat mich mein Hausarzt geschickt. Und das war wirklich meine letzte Chance.
Wie blöd muss ich sein? An der Tasche für meine Infusion hängt ein blauer Elefant und soll mir Glück bringen.
Weiter geht es in meinem NewLiveBlog, welcher in diesen Tagen mit meinen Erfahrungen der ersten Wochen gefüttert wird. Und, versprochen, heftig ist der nicht!
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